Space and time for contemporary productions

HTA-Postgraduiertenförderung
für künstlerisches Forschen

Die HTA-Postgraduiertenförderung ist ein Förderprojekt exklusiv für Absolvent:innen der im Rahmen der Hessischen Theaterakademie kooperierenden hessischen Studiengänge für Theater, Tanz und Performance Art. Ziel ist es unter anderem, einerseits für die HTA-Alumni das Land Hessen weiterhin als Standort für Forschung, Entwicklung und Produktion künstlerischer Arbeit interessant zu halten; andererseits durch eine Verzahnung mit den bestehenden Ausbildungs- und Produktionsstrukturen auch kreative Impulse von außen für die in Hessen ansässigen Studiengänge, für die Theater vor Ort und die Künstler:innen der regionalen Freien Szene zu erwirken. Mit dem Schwerpunkt der „Künstlerischen Forschung“ richtet sich das Stipendienprogramm ausdrücklich an auf die Zukunft gerichtete Projekte und Arbeitsweisen, deren Entwicklung in den bestehenden Institutionen des Theaters schwierig ist.

Vergeben werden jährlich vier Stipendien für das Erarbeiten von Projekten, die sich in ihrer Herangehensweise als künstlerische Forschung definieren lassen und in diesem Sinne auch besonders reflektieren über die Formen und Formate ihrer Recherche, Präsentation und Dokumentation. Grundlage für die Auswahl durch eine Jury ist die Einreichung eines Projektkonzeptes, in dem eine Fragestellung formuliert ist, die Forschungsgrundlage des jeweiligen Projektes ist.

POSTGRADUIERTENFÖRDERUNG 2021

In diesem Jahr hat sich eine fünfköpfige Jury, bestehend aus Vertreter:innen des Frankfurt LAB und Lehrenden der HTA sowie ehemalig Geförderten, für die Förderung ambitionierter Forschungsprojekte von vier Künstler:innen entschlossen. So widmet sich die Choreografin Amelia Uzategui Bonilla (Alumna MA Contemporary Dance Pedagogy) in ihrem Projekt „Detoxification: Dancing Outside of the Box“ in enger Auseinandersetzung mit antirassistischen Fragestellungen Ansätzen der Vermittlung und Zugänglichkeit - wie kann zeitgenössische Kunst sich in ein (neues) Verhältnis zu ihrem Publikum setzen? Onur Ağbaba, Lotta Beckers, Am Ertl und Rahel Crawford Barra (Absolvent:innen aus Gießen) versuchen in „Royal Fuckups - What a drag“ Verbindungen zwischen queeren Orten und Geschichten in Frankfurt ziehen; Anabel Möbius, ehemalige Schauspielstudentin aus Frankfurt fragt im Rahmen ihres Projektes „Erzähl mir von Din Keimzelle“, wie sie als Künstlerin mit jüdischen Bezügen auf einer Bühne über deutsche Vergangenheit und Gegenwart, über ihre Familie und über sich sprechen kann, ohne dabei einem deutschen Gedächtnistheater Vorschub zu leisten? Und Isabelle Zinsmaier (Absolventin aus Gießen) und Maxi Menja Lehmann initiieren ein Theaterprojekt mit Akteurinnen aus Berlin und aus Chittagong (Bangladesh) vor dem Hintergrund der Frage, wie postkoloniale Asymmetrien bereits in der Recherche und Konzeption eines Projektes berücksichtigt werden können.

Postgraduiertenförderung 2021

Amelia Uzategui Bonilla

Onur Ağbaba, Lotta Beckers, Am Ertl und Rahel Crawford Barra

Anabel Möbius

Isabelle Zinsmaier und Maxi Menja Lehmann