Krieg & Bilder
Vier szenische Auseinandersetzungen
von Studierenden der HfMDK
Im Exil sammelten Bertolt Brecht und Ruth Berlau Fotos und Texte zum Zweiten Weltkrieg aus Zeitungen und montierten sie mit vierzeiligen Epigrammen. Es entsteht ein Buch, das das Lesen von Kriegsbildern und ihren ideologischen Einschreibungen lehren soll und 1955 unter dem Titel „Kriegsfibel“ veröffentlicht wird. Ausgehend von einer Recherche zur „Kriegsfibel“ haben sich Studierende des BA Regie und MA Dramaturgie auf eigene Weise szenisch mit Bildern des Krieges auseinandergesetzt. Entstanden sind vier Arbeiten, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln verschiedenen Kontexten widmen.
Dabei wird die Verschmelzung von privatem Alltag und politischer Katastrophe betrachtet und nach Strategien der Solidarität und Sprachfindung gesucht. Konstrukte wie Zuhause, Identität und Erinnerung werden reflektiert und die Implikationen für unsere Freund*innenschaften beleuchtet. Es werden Versuche unternommen, der Stigmatisierung von Gewalterfahrungen entgegenzuwirken. Mediale Darstellungen werden diskutiert und immer wieder tauchen Fragen nach Verständigung, Annäherung und Handlungsmacht auf. Beschäftigt wird sich vor allem mit den Kriegen und der Gewaltgeschichte in der Ukraine/Russland und im Gebiet Israel/Palästina. Dabei werden sexualisierte Gewalt und psychische Folgen von Gewalterfahrung thematisiert.
In verschiedenen Gesprächsformaten soll zudem das Gesehene reflektiert und weitergedacht werden.
Von und mit: Lilith Borchert, Julia Chaplygina, Joris Domogalski, Dascha Dumont, Aurélie Feucht, Kati Kiraly, Hündin Luna, Hannah Lindner, Eva Stallbaum, Tristan Steeg, Yevheniia Vidishcheva und Kompliz*innen
Betreuung: Monika Gysel, Friederike Thielmann
Produktionsleitung: Jonas Weber