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Postgraduiertenförderungen „Künstlerisches Forschen“ vergeben

Frankfurt LAB vergibt vier Postgraduiertenförderungen „Künstlerisches Forschen“ an Alumni der Hessischen Theaterakademie

Auch 2020 ermöglichte es eine Initiative des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst dem Frankfurt LAB, vier Forschungsförderungen an ehemalige Studierende der Hessischen Theaterakademie zu vergeben. Die Ausschreibung richtete sich an Alumni, die einen Bachelor- oder Masterabschluss, ein Diplom oder eine Promotion in einem der elf HTA-Studiengänge Dramaturgie, Schauspiel, Regie, BA Angewandte Theaterwissenschaft, MA Angewandte Theaterwissenschaft, Bühnen- und Kostümbild, Zeitgenössischer und Klassischer Tanz, Choreographie und Performance, Contemporary Dance Education, Theater- und Orchestermanagement sowie Gesang/Musiktheater in Frankfurt/M., Gießen oder Offenbach/M. abgeschlossen haben. Die Postgraduiertenförderung wird ausschließlich durch Mittel des HMWK in Höhe von 25.000 Euro ermöglicht.

Vergeben wurden Förderungen in Höhe von bis zu 6.000 Euro, die das Erarbeiten künstlerischer Projekte – ob alleine oder im Team – ermöglichen sollen, welche sich in ihrer Herangehensweise als künstlerische Forschung definieren lassen. Mit der Förderung soll ein Freiraum geschaffen werden besonders für künstlerische Arbeiten, deren Entwicklung (z. B. gerade wegen ihres Forschungsanspruchs) im Produktionsrahmen der Theaterinstitutionen nicht möglich ist. Darüber hinaus soll durch das Programm das Alumni-Netzwerk der HTA gestärkt werden. Das HTA-Postgraduiertenprogramm „Künstlerisches Forschen“ wird vom Frankfurt LAB realisiert, das den Stipendiatinnen nach Möglichkeit die notwendigen räumlichen und technischen Ressourcen zur Verfügung stellt. Präsentationen der vier Projekte werden ebenfalls vom Frankfurt LAB organisiert.

Auf Basis einer erfreulichen Bewerbungslage hat sich eine fünfköpfige Jury, bestehend aus Vertretern des Frankfurt LAB und Lehrenden der HTA, für die Förderung vier ambitionierter Forschungsprojekte von vier Künstler:innen entschlossen. So setzt sich die Performancekünstlerin und Szenographin Friederike Schmidt-Colinet aus Gießen in ihren künstlerischen Forschungsprojekt „Was hat dich bloß so ruiniert?“ mit dem Zusammenhang zwischen queeren Gender-Identitäten und dem künstlerischen Sujet des Verschwindens auseinander. Ein Kollektiv aus fünf polnischen Künstlerinnen um Katarzyna Ustowska (Alumna der Contemporary Dance Education an der HfMDK Frankfurt) Katarzyna Kania (Choreographieabsolventin aus Gießen) gründen ein „Imaginary Archive“ alternativer Dokumentationsformen zeitgenössischer Performances. Verena Katz und To Doan (Dramaturgieabsolventinnen der Goethe-Universität Frankfurt) gehen der in der „Schammaschine Theater“ der Frage nach, welche Rolle Scham und Beschämung im zeitgenössischen Theater spielen. Und Maximilian Brands (Gießen), Bastian Sistig (Regieabsolvent Frankfurt) u. a. erforschen das Thema der „Langeweile“ gemeinsam mit einem jugendlichen Publikum.

Die Postgraduiertenförderung „Künstlerisches Forschen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Frankfurt LAB und Hessischer Theaterakademie, ermöglicht durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.